S/Y "SARAH W. VORWERK"
FALKLAND INSELN
(2 wochen )

1. TAG: PORT STANLEY
Wir holen die Gruppe per Jeep vom Flughafen bei Mount Pleasant ab. 1-stündige
Fahrt über die einzige auf den Falklands vorhandene Straße bis Port Stanley, der
„Hauptstadt“ (und dem einzigen größeren Ort) der Falkland-Inseln. Hügelige
Landschaften, viel Küste, einige Farmen, Seen und die bizarren „stone runs“
geben uns einen Vorgeschmack auf die nächsten 14 Tage. An Bord die Erklärung der
wichtigsten Funktionen, Aufteilung der Kojen der „Sarah“ etc.
Abends geht´s ab zum ‘Victory Bar’ Pub. Eine gute Gelegenheit, sofort einmal
Falkländer kennenzulernen. Oder zum Dinner in´s ‘Upland Goose Hotel’? Dorthin,
wo sich der bekannte Journalist Simon Winchester während des argentinischen
Angriffs 1982 unter dem Tisch verkroch?
2. TAG: PORT STANLEY - GOOSE GREEN
Wir segeln entlang der
südlichen Küste Ostfalklands in den Falkland Sound hinein bis Goose Green. Hier
liegt die wohl größte Farm der Falklands. Die Schafe werden in dieser Zeit
zusammengetrieben und geschoren. Pro Schaf dauert das ca. 1,5 Minuten. Sie haben
dann allerdings einige Tage gutes Wetter nötig, um sich wieder von dem
Kälteschock zu erholen, einige verenden. Impfungen gibt es nicht, das wäre
unwirtschaftlich.
3. TAG: GOOSE GREEN - FANNY
CREEK
Entlang der Küste sehen wir
mehrere Eselspinguin-Kolonien. Die Küsten sind von Kelpfeldern (Seetang)
eingezäunt. Fannny Creek, ein schmaler Fjord, ist voll von Leben. In der Nähe
ist eine riesige Esels- und Magellanpinguin-Kolonie.
4. TAG: FANNY CREEK - BULL
COVE
TREKKING: Wir haben heute
unseren ersten Trek vor uns. Wir müssen uns an das hohe Sumpfgras (Tussockgras)
gewöhnen. Ab hier gibt es keinen Pfad mehr, wir suchen uns unsere eigene Route.
Wir können uns in Ruhe in der Nähe der brütenden Esels- und Magellanpinguine
aufhalten. Viele Vögel haben hier ihre Brutstätten: Kormorane, Wildgänse sowie
die vom Aussterben bedrohten ‘johnny rooks’ (eine Art Raubvogel).
5. - 6. TAG: BULL COVE -
ALBEMARLE HARBOUR
Noch vor der Morgendämmerung
heißt es: Leinen los. Heute wird es ein längerer Segeltag, bei dem wir teilweise
den offenen Ozean erreichen. ALBEMARLE HARBOUR liegt auf den Westfalklands. Eine
große Seelöwenkolonie belagert die rauhen Felsen an der Küste. Wir kommen
schnell in schmale Gewässer und erreichen über den North West Arm-Fjord unser
Ziel, Albemarle Harbour.
TREKKING: Wir machen die Schlauchboote fertig und gehen an Land. Um den Mount Alice (1185 ft) zu erreichen, müssen wir teilweise über unwegsames Gelände. Immer heißt es: selbst die günstigste Route suchen. Wir werden mit einem weiten, herrlichen Ausblick belohnt. Die Natur ist wild und unnahbar. Keine Menschenseele weit und breit wohnt hier in dieser Gegend. Wir versuchen das Tal des Dean´s River zu erreichen und entlag des Flußlaufes zum Track zu gelangen, der uns zum Port Stephens Settlement führen wird. Die „Sarah“ wird dort auf uns warten.
7. TAG: ALBEMARLE HARBOUR -
CAPE MEREDITH - CASTLE ROCK - BIRD ISLAND - BEAVER ISLAND
Wir umrunden den
südwestlichsten Teil der Falklands. Hier gibt es eine der wenigen
Rockhopper-Pinguin-Kolonien. Kurz vor Beaver Islands können wir vielleicht sogar
Guanacos entdecken. Beaver Island wurde von den Poncet´s, einem legendären
Seglerehepaar vor vielen Jahren gekauft. Dort haben sie ihre Farm aufgebaut und
hier liegt auch ihre weltweit bekannte Yacht DamienII vor Anker. Die Poncet´s
haben als erste unglaubliche Segelreisen zu den subantarktischen Inseln wie
South Georgia und South Shetland Inseln gemacht (Sommer und Winter), in der
Antarktis mit ihrem Segelboot überwintert, für die Engländer wissenschaftliche
Untersuchungen geleitet. Keiner kennt das Gebiet besser als sie, und das nicht
nur auf nautischem Gebiet.
Auf Beaver Island gibt es eine große Pelzrobbenkolonie und endlos viele Füchse.
8. TAG: BEAVER ISLAND - NEW
ISLAND
New Island ist eine Insel
voller Artenvielfalt: Pelzrobben, Magellan-, Rockhopper- und Eselspinguine
belagern die Strände und Felsen. Es gibt auch hier gute Ankermöglickeiten, so
daß wir viel Zeit an Land in der Nähe der Tiere verbringen können.
9. TAG: NEW ISLAND - CARCASS
ISLAND - WESTPOINT ISLAND
Wir müssen wieder früh raus,
denn bis Carcass Island sind es 40 Seemeilen. Die See-Elefanten-Bullen
verteidigen zu dieser Zeit ihren Harem. Herausforderer gibt es genug. Während
des Kampfes wird schon mal ein Junges plattgewalzt. Das ist die Natur. Gegen
Abend segeln wir zum Westpoint Island Settlement und werden sicherlich von den
Farmern zu einem ‘Smokie’ eingeladen, denn wir sind eine angenehme Abwechslung
für das Farmerleben. Touristen gibt es hier nie. „Wie geht es Sally?“ „Woher
wissen Sie denn, daß wir sie gestern auf Beaver Island getroffen haben?“ Wir
haben vergessen, daß man hier alles über jeden weiß, vor allem über die
Reisenden. Abgeschlossenheit wird durch das Inseltelefon oder den ‘Smokie’
ersetzt: eine Tasse Kaffee oder Tee mit viel Klatsch und Tratsch.
10. TAG: HOT STONE COVE
MOUNTAIN
Wir verholen die „Sarah“ zum
Hope Harbour.
TREKKING: Von dort führt ein alter Pfad zum ‘Waterfall Creek’. Von dort aus versuchen wir, entlang des Wasserfalles bis zum ‘Hot Stone Cove’-Plateau zu gelangen. Das tiefe Gras wird uns zu schaffen machen, aber die Aussicht und die brütenden Vögel werden uns entlohnen. Es wird ein langer Tag werden.
11. TAG: HOPE HARBOUR - PORT
HOWARD
Vorbei an Saunders und
Pebble Island erreichen wir den Falkland Sound und versuchen bis Port Howard zu
kommen. Für die vielen Pinguin-, See-Elefanten- und Seelöwenkolonien haben wir
heute leider keine Zeit. Wir müssen weiter.
12. TAG: MOUNT MARIA
In Port Howard steht die
Wollspinnerei der Falklands. Die echten Falkland-Pullover werden nur hier
produziert. Robin Lee kümmert sich um die Howard Lodge und die 20 Touristen, die
pro Jahr bis hierher vordringen. Aber auch um seine 40.000 Schafe muß er sich
kümmern. Vielleicht sind es auch 60.000, das weiß er nicht. Hier gibt es eine
Grundschule mit einer Lehrerin und 4 Schülern.
TREKKING: Wir wollen versuchen, den Mount Maria zu erreichen, den zweithöchsten Berg der Falklands. Zu dieser Zeit blühen hier die herrlich gelben ‘Gorse’-Büsche. Ganze Felder von frischem Gelb entstehen, endlos.
13. TAG: PORT HOWARD - PORT
SALVADOR
Wir wenden wieder Richtung
Norden und segeln entlang der Nordküste Ostfalklands bis Port Salvador, einem
weit verzweigten Fjord, der sich tief bis in´s Innere Ostfalklands vordrängt.
Hier gibt es entlang der Ufer verschiedene Settlements und einzelne Farmen, die
auch hier z.T. nur per Boot zu erreichen sind.
14. TAG: PORT SALVADOR -
VOLUNTEER POINT
Heute werden wir die einzige
Königspinguin-Kolonie der Falklands sehen. Über Land ist der Zugang vom Farmer
verboten worden, aber per Schiff haben wir keine Probleme, wir können an Land.
Diese Pinguine sind wahrsten Sinne des Wortes die Könige der Pinguine. Sie
werden bis zu 1 Meter groß und benehmen sich majestätisch. Ihre gold-orangene
Zeichnung am Hals glänzt in der Abendsonne. Keine Art ist schöner und graziler.
Zwar sind die Kaiserpinguine größer, jedoch auch plumper und nur im
antarktischen Winter zu sehen, also eigentlich unerreichbar. Dies ist ein ganz
besonderes und seltenes Ereignis. Königspinguine kommen ansonsten nur auf den
subantarktischen Inseln vor, die (außer South Georgia) von Schiffen und Yachten
normalerweise nicht erreicht werden können.
15. TAG: VOLUNTEER POINT -
PORT STANLEY
Vielleicht bleibt noch etwas
Zeit für ein paar Stunden in Port Stanley. Per Jeep bringen wir die Gruppe
wieder zum Mount Pleasant Flughafen.