S/Y "SARAH W. VORWERK"
KLIMA UND NAVIGATION
Die Drake Passage ist der einzige Unterbruch zwischen den
suedlichen Bergzuegen der Anden und der Antarktischen Halbinsel, wo steile
Berghaenge, wie risiege Dinosaurier aus eisigen Wassern ragen .
Obwohl es bei Kap Hoorn im Durchschnitt nicht stärker weht als an der deutschen
Nordseeküste, ist doch jedem bekannt, welchen Namen sich Kap Hoorn gemacht hat.
Das Gebiet wird durch Windströmungen dominiert, die westlich von Kap Hoom durch
keinerlei Landmassen aufgehalten werden. Alle anderen Kontinente reichen bis
maximal 40 Grad Süd, Kap Hoorn liegt jedoch auf dem 56-ten Breitengrad. Die
ostwärts wandernden Tiefs haben somit zumeist ihre maximale Stärke erreicht,
wenn sie auf ihr erstes Hindernis, die Anden-Kordillere stossen. Eine
Tiefdrucklage jagt die nächste. Dadurch ergibt sich eine typische
Wettersituation, bei der Stürme von 1-2 Tagen Dauer , von einer 4-5 tägigen
windstillen Periode abgewechselt werden.
Der Wind weht vorwiegend aus westlicher Richtung und wird stärker, je westlicher
man sich befindet. Je weiter man sich nach Süden Richtung Kap Hoorn bewegt,
desto launenhafter und kräftiger wird der Wind. Windstärken bis zu 60 Knoten
(Windstärke 12) sind keine Seltenheit, dauern aber meist nicht lange an. Hinzu
kommt das Phänomen der Fallwinde, Williwaws genannt. Durch die zerklüftete
Insellandschaft können die lokalen Wetterverhältnisse extreme Unterschiede
aufweisen. Während es bei Kap Hoom 60 Knoten weht, kann bei Porto Torro (ca. 25
Seemeilen davon entfernt) Windstille herrschen.
Beim Beagle-Kanal herrscht ein mildes Meeresklima. Im Sommer betragen die
Durchschnittstemperaturen 11 Grad C. Der Jahresniederschlag liegt bei 75 nun.
Der Kanal und seine Buchten frieren nie zu und es gibt keine Eisberge
(ausgenommen in der Nähe der Gletscher). Ab März/April sind die Bergspitzen
schneebedeckt.
Die antarktische Peninsula liegt südlich der typischen Depressionsbahnen, die
über die Drake-Passage hinwegziehen. Somit sind die vorherrschenden Winde milde
und haben eine östliche Komponente. Im Sommer gibt es lange Perioden
windstillen und sonniger Tage. Der Jahresniederschlag liegt bei ca 50 mm. Die
Durchschnittstemperaturen liegen im Sommer bei 5 Grad C.

Früher waren die Klipper gezwungen, bei jeglicher Wetterlage das Kap zu umrunden.
Wettervorhersagen aufgrund von eigenen Wetterbeobachtungen waren höchstens
einige Stunden lang gültig. Ausserdem wagten die Schiffe
noch zur Jahrhundertwende nicht, dem Land nahe zu kommen und evtl. Unterschlupf
bei einer Bucht zu suchen, da aufgrund der völlig unzureichenden
Navigationsgeräte Landgänge äusserst gefährlich waren. Neben den
bootstechnischen Vorraussetzungen haben sich am Glück natürlich auch
dieNavigationsmöglichkeiten grundlegend geändert. Satellitnavigation ist eine
Selbstverständlichkeit geworden. Zudem stehen alle Chartersegelboote der Region
in täglichem Funkkontakt zueinander, sowie zum Wetteramt in Santiago de Chile, von dem zwei mal täglich eine Wetterkarte per
Fax empfangen werden kann.. Nahezu alle Boote können Satellit-Wetterkarten
aufzeichnen. Die Kooperation unter den Segelbooten ist aussergewöhnlich gut.
Auch die chilenische sowie argentinische Marine sind sehr hilfsbereit und
zeichnen die Positionen aller Schiffe tagtäglich ein und hören die
Schiffahrtsfrequenzen ab.